Eindringlicher Appell von Beau Willimon, dem Produzenten von House of Cards

Twitter von Trump befreien

6. März 2017 | Von | Kategorie: AKTUELLES, MEDIALE KOMMUNIKATION, NATO UND USA

Präsident Trump hat zuletzt am vergangenen Samstag einen Tobsuchtsanfall via Twitter ausgelebt. Aus Ärger darüber, dass seine Rede vor dem Kongress durch die Anschuldigungen gegen seinen Justizminister schon bald vergessen war, ging er zum Generalangriff auf seinen Vorgänger über. Höhepunkt seiner Serie von Tweets war:

Wie tief ist Präsident Obama gesunken, dass er meine Telefone während des heiligen Wahlvorgangs anzapft. Das ist Nixon/Watergate. Was für ein mieser (oder kranker) Typ! [1]

Beau Willimon, amerikanischer Film- und Fernsehproduzent, der u.a. die ersten vier Staffeln von ‚House of Cards‘ herausgebracht hat, veröffentlichte daraufhin diesen Appell auf Twitter [2]:

  1. Trump’s heutiger Wutanfall [also der vom Samstag, 04.3. morgens] ist das jüngste Beispiel, warum die Accounts @realDonaldTrump und @POTUS bei Twitter gelöscht werden müssen. Und zwar aus den folgenden Gründen:
  2. Nur eine Person bei Twitter ist Präsident der Vereinigten Staaten. Damit verbunden ist eine außerordentliche und einzigartige Verantwortung, die mit keinem anderen Nutzer zu vergleichen ist.
  3. Was der Präsident tweetet hat reale und erhebliche Auswirkungen auf die Regierungsgeschäfte, Angelegenheiten auf der ganzen Welt und auf die nationale Sicherheit.
  4. Präsident Trump macht immer wieder falsche Behauptungen, greift die Richterschaft an und droht gegenüber souveränen Staaten, der Presse und der Öffentlichkeit.
  5. Mit seinen Tweets übergeht er ohne Rücksicht auf die Konsequenzen die diplomatischen Kanäle, ohne sich mit dem Außenministerium, den Nachrichtendiensten oder dem Verteidigungsminister abzustimmen.
  6. Selbst als Privatperson dürfte er die Regeln von Twitter über gewalttätige Diskussionsbeiträge, Belästigungen und Hass verletzt haben.
  7. Ganz sicher aber haben die Auswirkungen und Einschüchterungen seiner Tweets als @POTUS – Präsident der Vereinigten Staaten – diese Grenzen überschritten.
  8. Mit seinem heutigen Ausbruch [gemeint ist der vom Samstag, 04.3. morgens] vermittelt er den Regierungen anderer Staaten seine anhaltende Impulsivität, Rücksichtslosigkeit, Wahnvorstellungen und Ahnungslosigkeit über das Regierungsgeschäft.
  9. Dies macht die Tweets von @realDonaldTrump zur Gefahr für die nationale Sicherheit. Es ermutigt unsere Feinde aus seinen unglaublichen Defiziten entsprechende Vorteile zu ziehen.
  10. Denjenigen, die einwenden, dass die Löschung seiner Twitter-Accounts das Recht auf freie Meinungsäußerung verletzen, sei gesagt:
  11. Das Weiße Haus hat Vergeltung geübt an der Presse, indem es einzelne Medien ausgesperrt hat, sie als ‚Feind des Volkes‘ bezeichnet hat und indem es präzise Fragen einfach ignoriert hat.
  12. Mit seinem Reaktion auf diese Maßnahme unterstreicht Trump, dass er selbst eine Belastung für das Volk ist.
  13. Es steht dem Präsidenten frei zu sagen, was immer er möchte und er hat dazu viele verschiedene Möglichkeiten. Allerdings ist keine Privatfirma dazu verpflichtet, ihm die Bühne dafür zur Verfügung zu stellen.
  14. Man kann den Präsidenten nicht daran hindern, an anderer Stelle unbesonnenes Zeug zu reden. Twitter ist allerdings nicht verpflichtet, dafür die Plattform bereit zu stellen.
  15. Vielmehr habt ihr bei Twitter mit Eurer weltweiten Reichweite und Eurem Einfluss auf die Medien die Pflicht, die Accounts freizuhalten von Bedrohungen für die nationale Sicherheit.
  16. @Twitter ist phantastisch. Es verbindet die Welt. Damit ist eine ganz eigene Verantwortung verbunden: Tragt Euren Teil dazu bei, diese Welt zu bewahren.

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Quellen

[1]   Der ‚Höhepunkt‘ der Tweets von Donald Trump vom 04.03.2017 morgens
https://twitter.com/realDonaldTrump/status/837996746236182529

[2]   Der APpell von Beau Willimon vom 04.03.2017 abends
https://twitter.com/BeauWillimon/status/838100643617325062

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Die Übersetzung erfolgte nach bestem Wissen und Gewissen. Sämtliche Urheber- und Nutzungsrechte an diesem Artikel liegen bei der CIVES Redaktionsbüro GmbH.

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